Mich inspiriert es, nach Bildern zu suchen, die Menschen dazu ermutigen, die Ebene ihrer Wahrnehmung und Erfahrung zu erweitern und sich Entwicklungs- und Veränderungsprozessen gegenüber zu öffnen.
Am Anfang einer Arbeit steht für mich immer eine Idee, deren Konkretisierung ich dann dem kreativen Prozess übergebe. Das heißt, erst im ständigen Dialog mit dem Werk, das gerade im Entstehen begriffen ist, wird mir bewußt, welche Elemente es für seine Vollendung noch braucht. Hinterher staune ich darüber, wie viel stimmiger, aussagekräftiger und klüger das Ergebnis im Vergleich zu meinem ursprünglichen Plan ist. Das ist ein Moment der Freude und tiefen Befriedigung darüber, dass ich in gewisser Weise etwas schaffen konnte, das meinen eigenen bisherigen Vorstellungsrahmen sprengt.
Ich möchte in meiner Arbeit alle Aspekte des Daseins durchleuchten, helle wie dunkle. Dunkle Aspekte können Angst machen, sie sind aber oft wichtige Katalysatoren für fällige Entwicklungen und Veränderungen. Ohne dass in der Natur Dinge absterben, kann kein fruchtbarer Boden für neues Leben entstehen. Ohne die Möglichkeit, negative Erfahrungen zu machen, können wir nicht wissen, dass wir uns freuen.
Ich betrachte die Kreativität als eine universelle Kraft, die in einer polaren Welt voller zerstörerischer Machtkämpfe und Krisen das Überleben möglich macht und das Wunder des Lebens immer wieder erfahrbar.
Nur so lange die Dinge offen, verhandelbar und in Bewegung sind, sind sie lebendig. Etwas, das in jeder Hinsicht abgeschlossen ist, ist quasi "tot".
Die symbolische, erzählerische und bildhafte Dimension in meiner Arbeit ist quasi eine Homage an die Kreativität, der ich in meinen Bildern Raum geben möchte, sich zu manifestieren und sich selbst zu feiern. Dazu gehört es für mich, den Zufall einzuladen und verschiedene Deutungsebenen, Widrigkeiten sowie Ungenauigkeiten zuzulassen oder bewusst zu initiieren, sprich die Dinge in einem Zustand der Bewegung zu halten.